Anarcho-Poetry

Weil die Tage im Kapitalismus
verbrennen und kein Wasser die Flammen löscht. Weil sein Licht
überall ist und auf den Körper geklebt jeden Zentimeter des Lebens
erniedrigt. Weil den Nächten die Worte fehlen. Und der Schlaf der
Vorbote der Arbeit ist. Weil das Klingeln des Weckers den Morgen
erbricht, und weil die sinnloseste Fortsetzung der Übelkeit die
Betriebe sind. Weil die Jahre zur Arbeitszeit verkommen. Weil die
Hoffnung den Kredit abzahlen muss.

Weil die Mittage von den Chefetagen
herunterfallen wie Steine. Weil die Steine nicht zurückfliegen
dürfen. Weil Betroffene kein Rückgaberecht besitzen. Weil die
Entscheidungen von oben kommen. Weil es Gewinner und Verlierer gibt.
Weil das alles so bleiben soll. Weil die Geschichte mit dem
Zeigefinger nach unten zeigt. Und irgendwer die Angst vor der
Freiheit erfand.

Weil die Sonne auf dem Dienstweg daher
kommt und Nachmittage Verzichtserklärungen gleichkommen. Weil der
Staat das Ende aller Revolutionen festschreibt. Weil das Leben eine
Landschaft ist für die Dienstwagen der Regierungen. Und Wahlen nur
Rastplätze sind, auf denen Parteien Stimmungen Gassi führen. Weil
die Medien den Alltag an der Leine halten. Weil die Zukunft eine
Veranstaltung von Parteizentralen ist. Während die Konzerne
Rastplätze bauen und Verzichtserklärungen verteilen.

Weil uns die Arbeit ermüdet. Und kein
Atem bleibt für die Frage nach Freiheit. Weil die Abende kurz sind
und jeder Tag uns ins Feuer stößt. Weil sich das alles ändern
kann. Weil Hierarchien keine Ideen sind und Macht keine Antwort. Weil
Rastplätze kein Ersatz für Landschaften sind. Weil in Zukunft jede
und jeder mitreden soll. Weil der Tag allen Menschen gleichermaßen
gehört. Weil wir Fragen in die eigenen Hände nehmen können. Weil
wir neue Sätze schaffen. Weil wir keine Verzichtserklärung
unterschreiben.

Ralf Burnicki

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